Hier ist Leben zuhause

Stadtklima

Die Frage nach dem (Innen-)Stadtklima entwickelt sich für uns Bürger*innen mehr und mehr zur Überlebensfrage.Jede Grünfläche, jeder Baum in Worms ist aufgrund des insgesamt warmen, trockenen Wormser Wetters unendlich wertvoll. Ob (wegen unterirdischer Leitungen zunehmend schwierigere) Nachpflanzungen einen alten Baum je ersetzen können, weiß niemand vorher, denn auch Bäume brauchen Bäume, um in deren Schatten groß werden zu können.

Das von uns seit Jahren geforderte umfassende Stadtklimagutachten muss uns fit (und rechtssicher) für die Zukunft machen. Frischluftschneisen, Entsiegelung, Flächen zur Kaltluftentstehung und zur Versickerung, doppelte Innenentwicklung  sind nur einige Stichworte für eine zukunftsfähige Stadtplanung in Zeiten der Klimawandelfolgen.

Wir wollen daher

  • für ein besseres Stadtklima neue Grünflächen insbesondere in den in der Klimafunktionskarte als »intensiver innerstädtischer Überwärmungsbereich« gekennzeichneten Wormser Stadtteilen (Kernstadt, Pfeddersheim, Leiselheim und Herrnsheim) schaffen,
  • unter dem Slogan »Worms frischt auf« die Begrünung von Flachdächern, Hausfassaden und zugepflasterten Hinterhöfen sowie der Verschattung von Gebäuden durch Bäume, Pergolen oder Sonnensegel durch Beratung, mustergültige Beispiele auf städtischen Flächen, Planungsangebote, einen Fotowettbewerb und rechtliche Vorgaben fördern
  • die im Landesentwicklungsprogramm IV dargestellten Luftaustauschbahnen und klimaökologischen Ausgleichsflächen in einer Änderung des Wormser Flächennutzungsplans für die Zufuhr von frischer Kaltluft von Bebauung und Versiegelung freihalten
  • die Versickerung von Regenwasser zur Vermeidung von Überschwemmungen durch die Steigerung der Grünflächen auf 10 % und der Biotopflächen auf 7 % der Fläche fördern

  • die Platane Ludwigsplatz und vergleichbare Bäume unter allen Umständen erhalten

  • mehr Maßnahmen zum innerstädtischen Baumschutz (Öffentlichkeitsarbeit, Information, Patenschaften, Beratung)

  • öffentliche Plätze begrünen (z.B. Bäume auf den Marktplatz!)

  • Beratung und Modellprojekte Stadtgrün (Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt", Artenvielfalt-Projekte in städtischen Grünanlagen, Förderung, Modelle und Tipps für bienenfreundliche Vorgärten, Projekte wie "ess-bare Stadt", Umweltgarten goes Innenstadt, mobile Lehrbeete/ Beetrohlinge, Bienenkästen (bienenfreundlichere Flora), Insektenhotel etc.)

  • Baumkataster öffentlich machen bzw ins Geoportal einpflegen lassen

  • den Bestand an Bäumen durch eine Satzung schützen

  • ein umfassendes Stadtklimagutachten für eine zukunftsfähige Bau - (und Begrünungs!)planung

Stadtentwicklung

Worms hat Vergangenheit und Zukunft als Wohnstadt. Wohnen in der Stadt war und wird zunehmend wieder selbstverständlich. Mischgebiete bedeuten kurze Wege und ein Quartiersgefühl. Zunehmend wird Wohnen und Arbeiten wieder zusammenrücken können. Eine umfangreiche Sozialraumanalyse von 2009 (die wir fortschreiben sollten!) hat erkannt: Wirtschaftstrends sind durch Kommunen nur sehr begrenzt steuerbar – andere Handlungsfelder schaffen aber ebenso entscheidende Rahmenbedingungen. Worms kann als Wohn- und Bildungsstandort punkten!

Flächenversiegelung hat keine Zukunft: Landfraß wirkt sich aus auf Klima, Artenvielfalt, Nahrungsmittel – auch im scheinbar Kleinen.

Statt weitere Flächen zuzubetonieren, müssen wir brachliegende Betonflächen entsiegeln/rückbauen und das Grün in den Vorgärten mit einer Satzung schützen. 

Die Verpflichtung, Stellplätze zu schaffen, treibt Kosten für Wohnungsbau (und damit Mieten, auch für Nichtautobesitzer+innen) in die Höhe, verhindert Altbausanierung und Umnutzung und erschwert Altbausanierung, Umnutzung und Gewerbeansiedelung.

Wir wollen daher

  • Stellplatzablösegelder vorrangig zugunsten investiver Maßnahmen zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs oder des Fahrradverkehrs verwenden
  • durch Änderung der Stellplatzsatzung den Bau von Fahrradstellplätzen fördern
  • die Zahl der vorzuhaltenden Stellplätze durch verbesserte ÖPNV-Angebote reduzieren

Die Wormser Geschichte dokumentiert sich in zahlreichen Kulturdenkmalen insbesondere in der Kernstadt rund um den Dom St. Peter. Für Sanierungen, Abriss und Neubebauung sowie Umnutzungen der Gebäudesubstanz in der Nachbarschaft solcher Denkmale fehlen teilweise gestalterische Vorgaben, damit das Vorhaben mit seiner Umgebung in Einklang gebracht wird und benachbarte bauliche Anlagen sowie das Straßen-, Orts- oder Landschaftsbild nicht verunstaltet und deren beabsichtigte Gestaltung nicht gestört wird. Daher wollen wir Gestaltungssatzungen zum Schutz der Umgebung von Kulturdenkmalen beschließen.

Wirtschaft

Wirtschaft braucht Infrastruktur, zukunftsweisende Ideen und Investitionen – und vor allem gut ausgebildete Menschen: Voraussetzungen dazu sind

  • bestmögliche Bildung und Ausbildung
  • bezahlbare und passende Wohnungen, damit z.B. Absolvent*innen der Hochschule auch bleiben können
  • flexible Verkehrsanbindung
  • KiTa-Plätze, gute Schulen
  • Fachkräftestrategien, ein anregendes Umfeld für neue Technologien, Zusammenarbeit mit der Hochschule Worms
  • Wirtschaftsförderung heißt zunächst: Wirtschaft nicht behindern. Das betrifft (oft selbstverständlich scheinende) Maßnahmen wie
  • Baustellenkoordination und -kommunikation
  • Effizienz bei Behörden
  • schnelle Kommunikation in der Verwaltung, passgenaue Serviceleistungen
  • Ideen aufgreifen und unterstützen
  • Raum und Unterstützung (und keine öffentliche Konkurrenz) für Eigeninitiativen
  • konsequenter Netzausbau

"Wirtschaft" sind vor allem auch mittelständische Betriebe, Handwerker, Traditionsbetriebe, Startups, Freiberufler - deren Interessen müssen in stetem Austausch vorrangig Gehör finden.

Bäuerliche Landwirtschaftsbetriebe sind lebens-notwendig: Wir wollen gutes Essen aus der Region und wir brauchen kompetente, verantwortlich denkende Partner in Sachen Umweltschutz. 

Wir wollen

  • flächeneffiziente Unternehmen fördern
  • Chancen für alteingesessene Betriebe und einen zukunftsfähigen ausgewogenen Branchenmix
  • keine weiteren Flächen für Logistik
  • regionale Landwirtschaft erhalten

Energie

Die kommunale Partnerschaft unseres wachsenden Energieversorgers EWR mit RWE braucht kritische Grüne im Aufsichtsrat, damit Kohle und Atom überflüssig werden. Erneuerbare Energien müssen wir auch kommunal nach Kräften fördern.

Die Kommune als großer Verbraucher muss vordenken, was sparsamen Umgang mit Ressourcen, auch Energie, angeht.

Wir brauchen 

  • mutige Schritte zur Energieeinsparung
  • weitestmöglich Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden
  • Rahmenbedingungen für PV-Anlagen auf geeigneten Immobilien, z.B. in Bebauungsplänen

Den Rückbau Biblis müssen wir kritisch beobachten. Dort droht aufgrund der völlig unlösbaren Endlagerfrage ein dauerhaftes Zwischenlager für radioaktiven Müll. Die Stadt Worms ist hier konkret betroffen und muss Informationen und Mitspracherecht einfordern und wahrnehmen.

Innenstadt

Die Zukunft einer belebten und lebenswerten Innenstadt müssen wir im dauernden Austausch miteinander vorausdenken: In welchen Branchen bekommt persönliche Beratung mehr Stellenwert? Wie können sich verantwortungsbewusste, interessierte Verbraucher*innen informieren, wie können sie ausprobieren, kompetent beraten werden? Kann Kommune Grundstückseigentümer*innen zu Zwischennutzungen leerstehender Läden ermutigen?

Wir wollen, dass

  • unsere beliebten Wormser Feste und Märkte Einzelhandel und ansässige Gastronomie besser einbinden
  • Interessenskonflikte zwischen Stadtbewohnern und Stadtbesuchern (Veranstaltungen) in geeignetem Rahmen besprochen werden
  • Innenstadt ein echtes Mischgebiet aus Wohnen und Arbeiten sein kann
  • Regionalläden und  Wochenmarkt zu einer Zukunft als wirtschaftlich wie sozial lebendigen und gesunden Stadt beitragen
  •  die Umsetzung der Empfehlung der vom Stadtrat beschlossenen Lärmaktionsplanung 2015 zugunsten von aktiven und passiven Maßnahmen des Schutzes gegen den Güterzuglärm und einer jedenfalls nächtlichen Begrenzung der Geschwindigkeit der Kraftfahrzeuge auf 30 km/h

Tourismus

Mit dem Reichstagsjubiläum im Jahr 2021 und der damit verbundenen Lutherausstellung im Museum haben wir beste Voraussetzungen, unser touristisches Profil zu schärfen und uns weiter als Stadt der Religionen zu profilieren. Unser Ziel muss es sein, vermehrt Wochenendtourist*innen in die Stadt zu locken, statt weiterhin nur für Tagestourist*innen attraktiv zu sein. Dafür brauchen wir neben einem neuen Hotel auch eine Gastronomie, die die Wormser Lebensart spiegelt. Die Eröffnung einer neuen Vinothek am Parmaplatz begrüßen wir deshalb ausdrücklich. Unser SCHUM-Welterbeantrag zeigt, wie wichtig Kooperationen zwischen Städten sind, und auch im touristischen Bereich wollen wir zunehmend mit anderen Städten kooperieren, um unsere Stadt attraktiver für Reisende zu machen.

Wir fordern

  • mehr touristische Kooperation mit anderen Städten
  • eine Stärkung des Profils als Stadt der Religionen
  • Unterstützung für eine Gastronomie, die die Wormser Lebensart repräsentiert
  • (Mobilitäts-)angebote für einen sanften, nachhaltigen und regionalen Tourismus

Sicherheit und Sauberkeit

Die Menschen, die sich um unser Leben und um unsere Sicherheit kümmern, brauchen unser Interesse und unsere Unterstützung. Jede Schnittstelle zwischen Bürger*innen mit und ohne Uniform ist wertvoll. Wir wollen

  • eine Stadt der Zivilcourage und der Achtsamkeit
  • Kontaktmöglichkeiten (wie z.B. kriminalpräventiver Rat, Verein "SiWo", Kontaktbereichsbeamte/Dialogbeamte u.a.) bekannt machen, unterstützen bzw. ausbauen
  • die dazu nötige Personalausstattung 

Die Müllmengen, die wir täglich hinterlassen, machen nicht nur unsere Stadt hässlicher, sondern sind zur globalen Bedrohung geworden.

Mikroplastik ist Gift, das über die Nahrungskette auch auf unsere Teller zurückkommt.
Unsere Lösungsansätze für eine saubere Stadt heißen

Vorbeugen:

  • städtisches Pfandbecherkonzept in Abstimmung mit den Nachbarstädten, Konzepte wie Müllberatung durch Scouts                                               

Verursacherprinzip:

  • Runder Tisch, dabei Fast-food-Läden, Tankstellen etc. einbeziehen: Verursacher müssen Verantwortung übernehmen!
  • Pfandsammelbehälter zur Entlastung der öffentlichen Mülleimer
  • keine Geschäftsmodelle, die auf der Verbreitung von Müll basieren

Gesundheit

Worms ist Stadt der Lebensqualität, das heißt: der Gesundheit.

Kommunale Aufgabe ist

  • Prävention (für alle Altersgruppen) in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung - vom Kochprojekt in der KiTa über gesundes und regional erzeugtes Schulessen für alle Kinder, klare Priorisierung für Regionalläden und Wochenmarkt
  • eine Stadtplanung, die Bewegung - also auch Fußgänger*innen jeden Alters unterstützt
  • Vorbeugung: Verbesserung der Luftwertqualität, Stadtgrün schaffen
  • hausärztliche Versorgung: Ärztehäuser wie z.B. in Horchheim schaffen eine zukunftsfähige Struktur vor Ort

Tierschutz

 Tierschutz ist Lebensschutz. Deshalb wollen wir

  • den Tiergarten weiterentwickeln mit zunehmendem Fokus auf gefährdete (Nutz-)Tierrassen aus der Region (Bauernhof)
  • Projekte vernünftiger Nutztierhaltung und deren Vermarktung unterstützen
  • das Wormser Tierheim ebenso wie private Tierschutzorganisationen unterstützen
  • die Katzenschutzsatzung ausweiten
  • Flächen für eine Hundewiese suchen, um Wormser Hunden Auslauf zu bieten und gleichzeitig Konflikten vorzubeugen

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URL:https://www.gruene-worms.de/kommunalpolitische-themen/hier-ist-leben-zuhause/