Hier sind alle zuhause

Kinder

Gute Bildung beginnt für uns nicht erst in der Schule. Im Bereich der Krippen und Kindertagesstätten besteht in Worms noch dringender Handlungsbedarf. Es gibt zu wenige Plätze und deshalb setzen wir uns für den Bau neuer Kindertagesstätten ein. Ebenfalls braucht es mehr Ganztagsplätze. Kinder sind verschieden, daher müssen wir die Vielfalt der pädagogischen Angebote bei Kindertagesstätten fördern. Deshalb wollen wir Einrichtungen wie den Waldkindergarten und den Waldorfkindergarten fördern und zu einer Vergrößerung seines Angebotes ermuntern. Die Öffnungszeiten der Kindertagesstätten müssen auf die Nachfrage der Eltern angepasst werden und Betreuung auch morgens und bis in den Abend hinein gewährleistet werden.

Kinder halten sich neben der Kindertagesstätte und der Schule auch auf öffentlichen Plätzen auf, insbesondere auf Spielplätzen. Wir müssen als Gesellschaft dafür Sorge tragen, dass Kinder zunehnemd auf eigenen Beinen stehen können und zum Beispiel den Weg zum nächsten Spielplatz sicher alleine bestreiten können. Deshalb wollen wir die Spielleitplanung überarbeiten und uns vor allem für sichere Wege für kurze Beine einsetzen.

Wir fordern

  • weitere Anstrengungen beim Bau von neuen Kindertagesstätten
  • mehr Ganztagsplätze und Angebote auch vor 8 Uhr morgens und nach 16 Uhr nachmittags
  • Förderung vielfältiger Träger, um jedem Kind ein passendes Angebot zu machen
  • sichere Wege für Kinder zur Schule und zum Spielplatz.

Jugendliche

Jugendliche brauchen die ganz besondere Aufmerksamkeit der Gesellschaft, um den Sprung in ein selbstbestimmtes Erwachsenenleben zu schaffen. Die Landesregierung beschreibt in ihrem Konzept drei Säulen für eine jugendgerechte Politik: Respekt, Räume und Ressourcen.

Gewachsene Strukturen wollen wir erhalten helfen. Dazu gehört zum Beispiel der Jugendtreff Kanal 70. Bei aufwändigen Neubauten wie einem neuen Jugendzentrum wollen wir Jugendliche einbeziehen und aufpassen, dass kein Verdrängungswettbewerb von bestehenden Angeboten geschieht. Jugendliche, die sich selbst engagieren und Dinge auf die Beine stellen wollen, verdienen unsere Unterstützung. Dazu gehört auch unser Jugendparlament, das wir organisatorisch und finanziell stärken müssen, um es in die Lage zu versetzen, jugendpolitische Maßnahmen auch umzusetzen.

Wir fordern

  • Respekt, Räume und Ressourcen für Jugendliche
  • eine Stärkung unseres Jugendparlamentes
  • Beteiligungsformate für Kinder und Jugendliche über das Jugendparlament hinaus

Ältere Menschen

Kernstück des Zusammenlebens ist eine generationenübergreifende Infrastruktur: Kinder und Senior*innen gehören zur größer werdenden Bevölkerungsgruppe in unserer Stadt und haben gemeinsame Interessen. Stadtplanung muss sich an ihren Bedürfnissen orientieren.

Das bedeutet zum Beispiel:

  • abgesenkte Bordsteine bauen und auch konsequent freihalten
  • überdachte Bushaltestellen mit Sitzgelegenheit
  • wichtige Informationen (auch Liniennetzpläne!) in größerer Schrift
  • Bäume in die Stadt pflanzen: Jeder Baum macht die sommerliche Stadt zum erträglicheren Lebensraum - für ältere Menschen existentiell
  • Seniorenbeirat einbeziehen
  • aufsuchende Angebote für ältere Senior*innen zu seniorengerechten Tageszeiten unterstützen und mitfinanzieren

Verschiedene Formen der gegenseitigen Unterstützung (Nachbarschaftshilfe) können die Chancen immer besser werdender Vernetzung nutzen (Internet). In unserer wachsenden Stadt stellen wir uns (in Ortsverwaltungen?) angesiedeltes Quartiersmanagement vor, das die "richtigen" Leute zusammenbringt.

Inklusion

Die Idee der Inklusion darf nicht schnell hochgekocht und dann ernüchtert vergessen werden. Zusammenleben und -arbeiten von Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten und Einschränkungen ist eine Daueraufgabe, die alle weiterbringt:

  • Barrierefreiheit muss Standard werden (auch bei Online-Verwaltungsleistungen)
  • Wir müssen für jedermann zugängliche Begegnungsräume in- und außerhalb von Institutionen schaffen
  • Behindertenbeirat und Behindertenbeautragte/r werden stets als Fachleute einbezogen
  • Schwerpunktschulen in allen Schulformen bekommen Unterstützung

Sozialer Wohnungsbau

Bezahlbarer Wohnraum ist in Worms knapp geworden. Es reicht nicht, dagegen einen Masterplan Wohnen zu beschließen - wir müssen ihn auch umsetzen. In allen Neubaugebieten müssen wir unseren Beschluss, 25% der neu entstehenden Wohneinheiten als sozialen Wohnungsbau zu errichten, durchsetzen. Diese Haltung müssen wir auch gegenüber potentiellen Investor*innen verteidigen. Unser Ziel sind durchmischte Gebiete, in denen alle Einkommensklassen willkommen sind. Landes-Tools zur Innenentwicklung wie das 'Raum-Monitor-Plus'-Programm wollen wir einsetzen, um Altbausanierung voranzubringen und auch Wohnen im Bestand wieder zu ermöglichen.

Unsere städtische Wohnungsbaugesellschaft muss sich auf ihr Kerngeschäft, sozialen Wohnungsbau zu betreiben, wieder konzentrieren können und darf nicht mehr als Baugesellschaft für neue Kindertagesstätten missbraucht werden. Fördergelder von Land und Bund müssen konsequent eingetrieben und verbaut werden.

Wir fordern

  • die beschlossenen 25% Sozialbindung in allen Neubaugebieten einzuhalten
  • Nutzung von Tools des Landes Rheinland-Pfalz, um unsere wohnungspolitischen Ziele zu erreichen
  • Fördergelder von Land und Bund abzurufen und zeitnah zu verbauen

Gleichstellung

Menschenrechte sind unabhängig vom Geschlecht! Deshalb wollen wir

  • raus aus dem Schubladendenken: mehr Diversität in städtischen Gremien, auch in Führungspositionen
  • Unterstützung für alle, die in keine Schublade passen: Akzeptanz und Information über LSBTTIQ hilft allen Wormser*innen, ihre Fähigkeiten zu entdecken und sich gegenseitig als Menschen zu respektieren
  • Hilfe für Menschen (oft Frauen), die durch Gewalt und Unterdrückung bedroht sind (Frauenhaus, niedrigschwellig zugängliche Beratungsstellen für Opfer häuslicher Gewalt, Anlaufstellen für Prostituierte)

Integration

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Die sichere Beherrschung der deutschen Sprache ist für uns eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Wir unterstützen deshalb alle staatlichen und privaten Initiativen, bei denen Zuwanderer*innen Deutsch lernen können. Der Zugang zu Deutsch-Kursen muss auch Asylbewerber*innen offen stehen. Eine Schlüsselrolle spielt hierbei die Wormser Volkshochschule, die Sprachkurse für Erwachsene und Kinder auf hohem Niveau anbietet, während der Schulzeit und auch in Ferienkursen. Die Finanzierung dieser Kurse muss sichergestellt werden.

Unsere Stadt soll sich allen Alt- und Neu-Wormser*innen gegenüber zuständig und verantwortlich fühlen – unabhängig von Herkunft oder Status. Das leisten bereits Ehrenamtliche tatkräftig. Offenheit und gemeinsame Werte bilden gleichermaßen die Grundlage für ein gelingendes Zusammenleben. Als Ratsmitglieder stehen wir für Verständigung, Vermittlung, Austausch genauso wie für einen demokratischen Staat mit unverhandelbaren Werten. Integrationsarbeit geht nur in Kooperation zwischen Neu Wormser*innen, Ehren- und Hauptamtlichen.

Wir fordern

  • ein passgenaues Angebot an Sprach- und Integrationskursen für Zuwanderer*innen
  • Räume schaffen und unterstützen, in denen sich Menschen gegenseitig als Gesprächspartner*innen finden
  • Eigeninitiativen im Bereich Ausbildung unterstützen, damit Ausbildungsbetriebe und Auszubildende nicht an bürokratischen Hürden scheitern
  • die Kooperation zwischen Behördern, Zugewanderten, Ehren- und Hauptamtlichen zu stärken

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URL:https://www.gruene-worms.de/kommunalpolitische-themen/hier-sind-alle-zuhause/