18.11.2020

Kein Geld mehr versenken!

Tiefgarage Ludwigsplatz ist ein Auslaufmodell

Erneut besteht die Gefahr, dass die Stadt Geld in der maroden Tiefgarage unter dem Ludwigsplatz versenkt – und zwar nicht nur für eine Verlängerung der Restlaufzeit, sondern für den kühnen Versuch einer Komplettsanierung. „Kann das wahr sein?“, möchte man fragen. Ist denn immer noch nicht allen klar, dass diese Höhle nur noch verfüllt werden kann? Oder fehlt einmal mehr der politische Mut, den Bürgern reinen Wein einzuschenken, dass es nämlich dort eines Tages keine schmuddeligen Parkplätze mehr geben wird, sondern endlich einen Platz, der für Veranstaltungen und eine lebendige Stadt und somit zur Förderung des Handels genutzt werden kann.

Noch eine Machbarkeitsstudie?

Auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses am 18. November steht nun als letzer Punkt (17) die Beauftragung einer neuerlichen Machbarkeitsstudie für rd. 60.000 Euro über evtl. Sanierungsmöglichkeiten.

Studien gibt es zur Genüge

Dabei hat es an Studien in der langen und leidvollen Geschichte dieser Tiefgarage nicht gemangelt: 2016 loteten die Fachleute der Verwaltung unter dem damaligen Leiter Verkehrswegebau bereits intern aus, ob und wie das rund 50 Jahre alte Bauwerk zu retten oder zu ersetzen sei. Eine Sanierung, so die Erkenntnis damals, scheide aus. 2018 wurde dann eine umfangreiche Machbarkeitsstudie für mögliche Neubauvarianten extern vergeben, die im März 2019 horrende Kosten aufrief: 17 Millionen für zwei und 26 Millionen für drei Parkdecks. Der Rückbau wurde mit 3,9 Mio. veranschlagt. Das Entsetzen war damals einhellig. Manche hofften noch, dass die Betreiber der Kaiser Passage das Risiko schultern würden, doch war man dort klüger.

Wer glaubt an eine Spontanheilung?

Soll nun eine 3. Studie klären, ob eine Sanierung entgegen den bisherigen Auskünften nicht doch möglich wäre und mit welchen Kosten dann grob zu rechnen sei? Solch eine Machbarkeitsstudie würde rund 60.000 Euro kosten, der Versuch einer Sanierung jedoch sicher Millionen. Dass sich der bauliche Zustand der Tiefgarage zwischenzeitlich verbessert haben sollte, wird wohl niemand annehmen. „Zunächst war ich fassungslos“, gibt Richard Grünewald, Sprecher Bündnis 90/Die Grünen, zu, „mittlerweile finde ich einen solchen mit Wunschdenken gepaarten Schlingerkurs ärgerlich.“

Die Tiefgarage Ludwigsplatz ist und bleibt ein Auslaufmodell

Mit ihrer Schließung wurden die 7,5 Millionen für die Sanierung der Tiefgarage Friedrichstraße begründet. Eben erst wurde das Parkhaus in der Koehlstraße eröffnet, das am Ende 10 Millionen gekostet haben wird. Weitere Parkhausmilionen wären gänzlich unverantwortlich.

Zukunft braucht nachhaltige Mobilität

„Wollen wir nicht eine Mobiltätswende? Attraktive Alternativen zum PKW wie sichere Radwege und funktionierende Busse? Haben wir nicht ganz überwiegend verstanden, dass wir unser Klima nur retten können, wenn wir künftig anders mobil sind? Erfordert die Ermöglichung einer nachhaltigen Mobilität nicht alle Mittel und Planungskapazitäten der Fachleute? Haben wir nicht ein Tourismuskonzept beschlossen, das eine deutliche Verkehrsberuhigung der Innenstadt vorsieht?“, fragen sich Bündnis 90/Die Grünen.

Schon lange Zeit für ein „Good Bye“

„Wir fordern endlich eine klare und zukunftsweisende Entscheidung, den Ludwigsplatz nach dem Ende der alten Tiefgarage als Platz im Herzen der Stadt zurück zu gewinnen und eine Absage an sündteure Gedankenspiele zur Wiederbelebung der berüchtigten „Tropfsteinhöhle“, so Richard Grünewald für die Grüne Stadtratsfraktion.

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