Richard Grünewald im Interview zu seinem Programm

Worms wählt Grünewald!

Ihr Richard Grünewald 

Anspruch auf Kitaplätze

Worms wächst, es ziehen viele junge Familien in die Nibelungenstadt und ihre Stadtteile. Wie wollen Sie den gesetzlichen Anspruch auf Kitaplätze sicherstellen?

Richard
Es ist erst einmal sehr erfreulich, dass junge Familien nach Worms ziehen und ich freue mich über mehr Kinder in der Stadt, das ist Zukunftsmusik!
Daher setze ich Bildung – und dazu gehören auch Kitas – auf Priorität 1 meines Programms.
Wir müssen die Ausbauziele für Kindertagesstätten deutlich höher stecken, als der bisherige Oberbürgermeister es tut: Bei den bis zu 3-jährigen z.B. nicht auf 70%, sondern auf 90% der Kinder eines Jahrgangs. Denn unsere Gesellschaft ändert sich, immer öfter sind beide Elternteile berufstätig und suchen einen Platz für ihren Schatz.

Günstiger Wohnraum

Für einkommensschwache und für junge Familien ist günstiger Wohnraum schwer zu finden. Wie lässt sich die Situation in Worms verbessern?

Richard
Wir müssen bei Baugebieten weg von der Fixierung nur aufs freistehende Einfamilienhaus, so schön es auch ist. Mit schmalem Portemonnaie brauche ich bezahlbaren Wohnraum – und der kann nur im Mehrfamilienhaus erreicht werden. Damit sind nicht die „Blöcke“ aus dem 70ern gemeint, sondern größere Häuser, integriert in wirklich jede neue Bebauung, mit z.B. 5-6 Wohnungen in einem Gebäude. Damit mischen sich auch die Bewohner eines Quartiers und das nutzt allen.

Innenstadt attraktiver gestalten

Wie wollen Sie die Innenstadt sowohl für die Einwohner als auch den Handel attraktiver gestalten?

Richard
Handel ist Wandel, formuliert das Sprichwort eine Wahrheit auch für Worms: Es gab früher mehr Wohnungen und weniger Geschäfte in der Stadt, erst im letzten Jahrhundert entwickelten sich reine Einkaufsstraßen. Mittlerweile kehrt sich das um. Daher ist eine Antwort: wieder mehr Wohnnutzung in der Stadt. Dazu können z.B. Cafés kommen, die zum Verweilen und Flanieren einladen. Hierfür braucht es weniger Verkehrsbelastung in der Kernstadt, wie ihre nächste Frage ganz folgerichtig zeigt.

Verkehr

Baustellen führen in Worms immer wieder zu einem mittleren Verkehrschaos. Welche Möglichkeiten sehen Sie, den Individualverkehr aus der Stadt herauszuhalten?

Richard
Jedes zweite Auto fährt in Worms kürzer als zwei Kilometer und 70% aller Wege sin d kürzer als 5 km, das gibt mir zu denken. Wir können also leicht jedes zweite Auto in der Stadt überflüssig machen, wenn wir gute Alternativen schaffen. Zuverlässige Busse, sichere Radwege, einladende Fußwege. Und jetzt stellen sich bitte mal Worms mit exakt der Hälfte des Verkehrs vor:
Hören, riechen, fühlen Sie den Unterschied?
Wollen Sie in dieser Stadt leben, flanieren, ausgehen?
Das Beste ist, dass wir keinerlei Verbote brauchen. Denn es macht doch schon längst keinen Spaß mehr, mit dem Auto durch die Stadt zu fahren. Nur fehlen uns bislang noch sichere und komfortable Alternativen. Das will ich ändern.

Haushalt der Stadt Worms

Die Haushaltssituation der Stadt Worms ist prekär. Wie lässt sich sowohl auf der Einnahmen- als auch auf der Ausgabenseite eine Verbesserung erzielen?

Richard
Zuerst: keine Steuererhöhungen! Und wenn Bund und Land der Stadt neue Aufgaben zuweisen, müssen sie auch das Geld dafür überweisen.
Zweitens: Die Lösung kennen wir alle vom eigenen Konto: weniger ausgeben!
Dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten, hier nur wenige Beispiele:
Bei jeder Premiere der Nibelungenfestspiele werden alle Besucher freigehalten und verprassen so ca. 200.000 € an einem Abend. Daher nehme ich diese Einladung nicht mehr an, denn wir dürfen nicht derart über unsere Verhältnisse leben.
In der Stadtverwaltung kostet allein das Büro des Oberbürgermeisters mit dem Stadtvorstand jährlich 2 Millionen €.
Das Parkhaus am Dom wurde für 6,7 Mio. beschlossen, kostet aber über 10 Millionen, ohne dass der zuständige Dezernent seinen Hut nehmen muss.
So verschwenderisch darf es nicht weiter gehen.

Wirtschaftsstandort Worms

Die Flächen, auf denen Gewerbe angesiedelt werden kann, sind nahezu aufgebraucht. Wie wollen Sie den Wirtschaftsstandort Worms weiterentwickeln?

Richard
Die Umsätze und Gewinne unserer Wormser Firmen werden nicht durch fehlende Flächen begrenz, sondern durch fehlenden Mitarbeiter. Uns fehlen qualifizierte Menschen, nicht neue Industriegebiete.
Fast jeder Unternehmerkollege mit dem ich spreche, sucht Fachkräfte und würde sofort Mitarbeiter einstellen, wenn denn welche zu bekommen wären. Daher fördern wir die Wirtschaft am besten, indem wir uns um Bildung und Qualifizierung kümmern, um Schulen und Kitas, um Deutschkurse und Schulabschlüsse.
Sodann müssen wir uns neben den bekannten Großunternehmen auch um die vielen Mittelständler in Worms kümmern. Sie erbringen 80% der Ausbildungsplätze und sind für einen ausgewogenen Branchenmix ebenso wichtig wie ein Konzern.
Aus meiner langjährigen Zusammenarbeit mit der Hochschule Worms weiß ich, dass Erfindungen und Innovationen, Produkt- und Dienstleistungsideen die Zukunft der Wirtschaft sichern. Daher unterstütze ich die noch junge Gründerwerkstatt der Hochschule und setze mich für neue Arbeitsformen wie Coworking-Space auch in Worms ein.

Mein Grundanliegen ist:
Wir müssen uns heute um die Herausforderungen für morgen kümmern; heute das säen, was unser Kinder morgen ernten können.
Das ist es, was Nachhaltigkeit bedeutet.

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