Antrag 

19.01.2002

„Die Wormser Antwort auf die Pisa Studie:

Die Kindergärten stärken und die Kindergartenzeit intensiver nutzen."

die Pisastudie hat einer breiten Öffentlichkeit gezeigt, dass unser Bildungssystem gemessen am Standard anderer Industrienationen nicht mehr wettbewerbsfähig ist und es einer grundlegenden strukturellen Reform unseres Bildungssystems bedarf. Dieser für ein rohstoffarmes Land existenziellen Herausforderung müssen sich in einer gemeinsamen Anstrengung alle staatlichen Ebenen stellen, also auch die Stadt Worms. Die Reform muss in vielen Bereichen ansetzen, einen besonderen Schwerpunkt sollten die Städte jedoch im Bereich der Kindergärten setzen, aus drei Gründen:

  • 1. Anders als bei den Schulen, wo die Kommunen nur Sachkostenträger sind und Reformen federführend vom Land initiiert und umgesetzt werden müssen, sind die Städte für die Kindergärten voll verantwortlich, und zwar für die Sachausstattung, für die Personalausstattung und für die pädagogischen Konzeptionen. Dies gilt für Worms mit einem hohen Anteil von städtischen Kindergärten in besonderem Maße.
  • 2. Das im Vergleich zu anderen Ländern hohe Einschulalter unserer Kinder sowie der ebenfalls im Vergleich zu anderen Ländern relativ geringe Stellenwert von „Lernen und Bildung" vor der Einschulung machen es notwendig, dass in unseren Kindergärten neben den Funktionen Aufbewahrung und Sozialisation den Möglichkeiten vorschulischen altersgemäßen Lernens ein größeres Augenmerk geschenkt wird.
  • 3. Es ist unbestritten, dass sowohl die Aufarbeitung von Defiziten als auch die Förderung von besonderen Begabungen um so effektiver erfolgen können, je früher damit angefangen wird. Es gibt Bereiche, wie den Spracherwerb, die kleine Kinder relativ mühelos und spielerisch meistern können, in denen mit zunehmendem Alter dann aber das Lernen immer mühsamer wird. „Bildungsinvestitionen" lohnen sich also im Kindergartenalter in besonderem Maße.

Der Stadtrat verpflichtet sich als kommunale Reaktion auf die Pisa-Studie dem Bereich des vorschulischen Lernens und der Bedeutung der Wormser Kindertagesstätten hierfür, verstärkt Aufmerksamkeit zu schenken. Er fordert die Stadtverwaltung auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Wormser

Kindergärten noch besser als bisher in die Lage zu versetzen, ihrem gesetzlichen „Betreuungs-, Förderungs- und Erziehungsauftrag" gerecht zu werden. Als erste konkrete Schritte beschließt der Stadtrat:

1. Der bereits hohe Etatansatz für die Wormser Kindergärten, soll in Zukunft beibehalten, wenn möglich erhöht werden. Der in den nächsten Jahren zu erwartende Rückgang der Anzahl der Kinder im Kindergartenalter soll nicht zur Konsolidierung des Haushalts oder zu Umschichtungen im Haushalt genutzt werden. Die Stadt Worms nutzt die durch die zu erwartende demografische Entwicklung frei werdenden finanziellen, personellen und räumlichen Kapazitäten zur innovativen Weiterentwicklung ihres Kindertagesstättenangebots.

2. Es wird eine Arbeitsgruppe „Stärkung der Kindergärten - vorschulisches Lernen" mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Trägern sowie Praktikern aus den städtischen, kirchlichen und sonstigen freien Einrichtungen gebildet. Die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe sowie eine vorläufige Definition des Arbeitsauftrags erfolgt durch den Jugendhilfeausschuß.

Begründung:

Die Begründung ergibt sich zum großen Teil aus dem Vorspann. Die Stadt Worms kann stolz sein auf ihre bisher erreichte quantitative und qualitative Versorgung mit Kindertagesstätten. Das schließt jedoch nicht aus, dass eine Reihe von Verbesserungen und konzeptionellen Innovationen notwendig sind.

Die Einbeziehung des Jugendhilfeausschusses und die Bildung einer Arbeitsgruppe sind sinnvoll aufgrund der Komplexität der Thematik und um rechtzeitig die Menschen mit einzubeziehen, die die notwendige innovative Weiterentwicklung der Kindertagesstätten in die Praxis umsetzen sollen. Es macht keinen Sinn im Stadtrat bereits ein abgeschlossenes konkretes Maßnahmenbündel beschließen zu wollen. Ein konkretes Maßnahmenbündel sollte das Ergebnis der Beratungen der Arbeitsgruppe sein. Trotzdem seien hier bereits einige Punkte beispielhaft angesprochen mit denen sich die Arbeitsgruppe unserer Meinung nach beschäftigen sollte:

  • altersgemäße Beschäftigung mit einer Fremdsprache für Kinder, die eine normale gute Sprachentwicklung in der deutschen Muttersprache aufweisen
  • gezieltes Arbeiten an sprachlichen Entwicklungsrückständen von sozial benachteiligten deutschen Kindern und von Ausländer- bzw. Spätaussiedlerkindern unter Einbeziehung der oftmals kaum deutsch sprechenden Eltern (vor allem Mütter)
  • Fortbildung der MitarbeiterInnen von Kindertagesstätten und gezielte Neubesetzung frei werdender Stellen unter Berücksichtigung der unter Punkt 1 und 2 angesprochenen Aufgabenstellungen
  • besondere Förderung bereits erkennbarer besonderer musischer, motorischer und kognitiver Fähigkeiten
  • Möglichkeiten und Grenzen verstärkten vorschulischen Lernens
  • Gewaltprävention
  • benutzerfreundlichere Öffnungszeiten, Erhöhung der Anzahl von Ganztagsplätzen

PS: Der Begriff „Kindergarten" und der umfassendere korrekte Begriff „Kindertages-stätten" werden synonym verwandt.

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Bei Interesse an einer Teilnahme ist der Videokonferenzlink zu erfragen bei: 10.comlauraknaub@gmail.com

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